Die Geschichte

Schutzschalter

Mit der ersten offiziellen Bandprobe am 4. April 1981 wurde der Probenraum im Elternhaus von Heiner in Unterberg II eingeweiht. Kurz danach stieg Stefan Remmert als Licht-Techniker ein. Nach einem Silvester-Konzert (welches sich im Laufe der kommenden Jahre zu einem regelmäßigen Event für Musiker, Freunde und Bekannte entwickelte) in Schmüllings Küche hatte die Schülerband unter dem Namen „SCHUTZSCHALTER“ am 22. Januar 1982 in der Aula der Antonius-Schule in Beckum ihren ersten öffentlichen Auftritt. 

Im Laufe dieses Jahres gab es sogar Kontakte zu der Plattenfirma „Totenkopf“, die der jungen Beckumer Band einen Plattenvertrag in Aussicht stellte. Der Grund für das Nichtzustandekommen dieses Vertrages wurde den damaligen Geschichtsschreibern vorenthalten und verschwand im Nirvana der Beckumer Musikgeschichte. 

Musik und Show

Schon beim zweiten Gig (mit den Beckumer Bands „Sativa“ und „Stoned Airline“) im Kettelerhaus in Beckum am 3. April 1982 blieb es nicht allein bei der musikalischen Darbietung der künstlerischen Arbeit. Für den Song „Der Vampir“ wurde aus einer alten Kartoffelkiste eine Sarg-Attrappe gebaut und selbst angefertigte Rauchbomben sorgten für einen dramaturgisch effektvollen Auftritt des damaligen Sängers Jan Wegner im Stil von Graf Dracula aus Transsylvanien. Im Rahmen einer Schülerfete folgte der dritte Gig am 27. Mai wieder in der Antonius-Schule in Beckum. Der zweite Teil des Jahres wurde vor allem für umfangreiche Erweiterungen des Instrumentariums genutzt und endete wieder mit einer Silvester-Party mit Konzert in Schmüllings Küche. 

Und jetzt mit Tasten

Mit dem Kauf eines Synthesizers und eines Mikrophones am 14. April 1983 um 16:07 Uhr komplettierte Stefan Remmert als vollwertiger Musiker die nunmehr fünfköpfige Band mit Frank Hnida (Schlagzeug), Heiner Schmülling (Bass), Roger Helmschrott (Gitarre), Stefan Remmert (Keyboards und Gesang), Jan Wegner (Lead-Gesang). In Ermangelung von Auftrittsmöglichkeiten wurde dann mit zwei befreundeten Bands am 11. Juni 1983 im Kolpinghaus in Beckum das vierte Konzert eigenständig organisiert, ohne zu wissen, dass das bereits das letzte Konzert in dieser Besetzung sein sollte. 

Unterberg III

Unter dem Namen „UNTERBERG III“ wurde im Jahr 1984 das Programm umgestellt. Die Eigenkompositionen, die nun in erster Linie aus der musikalischen Feder von Heiner und Stefan stammten, wurden mit neuen Bass- und Synthesizer-Sounds versehen und erweiterten das Song-Spektrum der Schülerband um neue Soundkreationen mit zeitgenössischen Klangfarben.

 

Der fünfte Auftritt am 30. April 1985 im Stadttheater in Beckum (u.a. mit dem damals noch nicht ganz so bekannten Jazzpianisten Götz Alsmann und „Die Zwillinge und die Blechgang“ aus Münster) war der erste und letzte Gig unter dem Namen „Unterberg III“. 

Perfume Garden

Mit dem neuen Bandnamen „PERFUME GARDEN“ ging es dann am 7. und 8. Oktober für die ersten semiprofessionellen Aufnahmen der Songs „Gegen mein Gefühl“ und „Für’s Volk“ ins Tonstudio nach Hamm.

Die beiden Jahre 1986 und 1987 wurden ohne Auftritte intensiv genutzt um viele neue Songs zu schreiben und die Band für die neuen Ideen und Anforderungen an einigen Stellen neu zu besetzen. Unter der neuen Besetzung mit Heiner Schmülling (Bass), Stefan Remmert (Keyboards und Gesang), Jan Wegner (Lead-Gesang), Udo Vester (Gitarre), Jürgen Flütter (Schlagzeug) und Jochen Mersmann (Trompete) gab es wieder zwei Gigs. Am 28. Mai 1988 in der „Alten Post“ und am 1. Juli bei einem total verregneten und nasskalten Open Air „Musik total“ konnte sich die Band erstmals in Oelde präsentieren. 

Das lief dann auch so gut, dass am 25. Februar 1989 ein weiterer Gig (allerdings ohne Jochen Mersmann, der berufsbedingt aussteigen musste) in der „Alten Post“ in Oelde folgte. 

Heimspiel & Jubiläum

1989 ging es dann heim nach Beckum. Am 25. Februar 1989 folgte ein weiterer Gig (allerdings ohne Jochen Mersmann, der berufsbedingt aussteigen musste). Mit zwei weiteren Beckumer Bands („SIDECAR SOLO“ und „G.B. ARTS“) traten Heiner Schmülling und Stefan Remmert mit „PERFUME GARDEN“ am 14. Mai beim „Pfingstrock“ im Stadttheater zum neunten Mal gemeinsam auf. Beim Open-Air-Festival „Rock am Wasser“ im Beckumer Freibad feierten die beiden Beckumer Musiker am 12. August 1989 ihr zehntes gemeinsames Auftrittsjubiläum.

Der Abschied 

Für drei Songs („Music On My Head“, „Susi“ und „Reporter“) ging die Band von November 1989 bis Januar 1990 ins Tonstudio und beendete mit diesen Aufnahmen die reine Live-Music-Performance. Als Anfang der 1990er Jahre Sequenzer und Sampler in der Musikszene den Durchbruch erlebten, waren die Musiker von „PERFUME GARDEN“ eine der ersten, die in dieser Region Live-Auftritte mit einer Computer gestützten Keyboard-Anlage planten. Die Kompositionen wurden komplexer und vielfältiger, sodass mit der fünfköpfigen Besetzung nicht mehr alles live gespielt werden konnte.

Die Live-Premiere mit dieser Technik fand am 23. Februar 1992 beim Benefiz-Konzert „Carnival on Rock & Pop“ in Roland statt. Und ohne es damals zu wissen, war es das vorläufige Ende der gemeinsamen Bühnen-Performance von Heiner Schmülling und Stefan Remmert.

Anfang 1994 wurde dann aufgrund der beruflichen Situation aller Bandmitglieder die Band „PERFUME GARDEN“ feierlich aufgelöst, die ehemaligen Schüler verteilten sich in alle Himmelsrichtungen und alle Instrumente verschwanden in den Kellern der Eltern, der Studenten-Buden oder wurden verkauft. Alle Instrumente? Nein, nicht alle Instrumente. 

Heiner ohne Stefan

Die Bassanlage von Heiner wurde nun mehr denn je gebraucht und aus dem Autodidakten einer Schülerband wurde ein Profi-Musiker. Parallel zu „PERFUME GARDEN“ ging nämlich im Mai 1986 am Top-40-Himmel ein neuer Stern auf. Die Band „L.A. Crits“ wurde von Reinhold Hörauf gegründet und wurde im Laufe der 1990er Jahre eine der erfolgreichsten Top-40 Bands Norddeutschlands. In der 22jährigen Bandgeschichte brachte es Heiner Schmülling als erster und einziger Bassmann der Band auf ca. 1000 Live-Gigs und 18 Profimusiker-Jahre bevor im Oktober 2008 der letzte Vorhang für das Kapitel „L.A. Crits“ fiel.

Stefan ohne Heiner

Derweil machte sich Stefan Remmert in der Fitness- und Gesundheitsbranche einen Namen. Der frühere Hochspringer (Stadtrekord mit 2,06m) gehörte seit der Gründung des RELAX in Beckum zum Mitarbeiter-Team und studierte ab April 1989 das Fach „Sportwissenschaften“ an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Als einer der ersten Sportwissenschaftler Deutschlands beschäftigte er sich empirisch in seiner Diplom-Arbeit mit dem „Ein-Satz-Training“ und ist seit 1994 europaweit als Hochschule-Dozent, Ausbilder sowie als Buchautor tätig. Und trotz Studium und Bundesweiter Karriere in der Fitness-Branche hat Stefan seine sehr umfangreiche Keyboard-Anlage immer spielbereit in Reichweite aufgebaut und ein paar Mal pro Woche „auf den Tasten herumgedrückt“. 

Reunion

Und so kam es, wie es kommen musste: die Leidenschaft zur Musik und die Freundschaft hielt dem Jahrtausend-Wechsel stand und brachte die Freude an Eigenkompositionen und an der Verwirklichung eigener Musikprojekte hat beide Schulfreunde im Februar 2010 wieder zusammen in den Probenraum. Es wurden alte Songs wieder „auf Vordermann“ gebracht, verfeinert und auf den neusten technischen Stand gebracht. Neue Songs wurden geschrieben und Textideen verwirklicht. Aufgrund beruflicher Gegebenheiten war an Auftritte oder an regelmäßigen Proben allerdings nicht zu denken. Daraus entstand dann auch die Idee, die musikalischen Ideen erst mal ohne kompletter Bandbesetzung umzusetzen, die Texte selber zu schreiben und auch zu singen.

Das änderte sich im Laufe des Jahres 2018. Nun konnten sich die beiden Lords regelmäßig treffen und ein Live-Programm zusammenstellen. Ende 2018 wurde dann beschlossen, wieder auf die Bühne zu gehen. Aus den Eigenkompositionen zweier Beckumer Musiker entwickelte sich nach und nach ein Musik-Tanz-Theater-Projekt, welches unter dem Namen „LOS Own Music - Tingel Tangel“ ursprünglich am 13. März 2020 im Stadttheater in Beckum uraufgeführt werden sollte. Doch dann kam Corona...

Der nächste Anlauf wird am 12. März 2022 gestartet. Also: Save the Date!!!

Zurück in's Mittelalter

Das zur musikalischen Geschichte der Lords. Aber woher kommt der Name „Lords Of Smollingshuse“? Dazu müssen wir einen Zeitsprung in das Mittelalter machen. Lange bevor Kolumbus Amerika entdeckte… 

Der erste dokumentierte Vorfahre von Lord Heiner entstammte einem alten Rittergeschlecht von Zevenaar in Holland. Der Herrensitz der „Smollings“ bestand aus einem Rittergut, das heute noch existiert und einer Burg mit 4m dicken Mauern, an deren Stelle heute ein Parkplatz ist. Sie galt durch die ungewöhnlich dicken Mauern zur damaligen Zeit als fast uneinnehmbar.

Ein Sprössling dieses Herrengeschlechts aus dem Geldernland, kämpfte an der Seite der Soester in der Soester Fehde von 1444-1449 und wurde beim Sturm auf Soest 1446 von den Kölnern gefangen genommen und später wieder frei gelassen. Der Song „Soester Fehde“ nimmt Bezug dazu und zitiert teilweise den Inhalt des originalen Kriegstagebuchs der Soester.

1453 kaufte „Smolling“ in Unterberg einen Bauernhof, welcher noch heute der Familiensitz der Familie Schmülling ist.

Damit reicht die Geschichte der Lords Of Smollinghuse (englisch für Heeren von Smollinghuse) also in eine Zeit zurück, lange bevor Kolumbus mit seinen drei Schiffen Amerika entdeckte.